ENDE!!!

  Startseite
  Über...
  Wann hört es auf?
  ICH SITZE HIER IM DUNKELN....
  Engel
  Seelenschmerz
  Der sinn des Lebens
  Traenen
  “Von der Schwierigkeit zu lieben”
  Blut I
  Trostlos
  Ich kann nicht mehr
  Schmerz
  Abschied
  voll leben
  deine chance
  Alkohol am Steuer
  Es war einmal ein Herz....
  Ich mu? dir was sagen....
  herzschmerz
  Wieder Alleine
  Wo Ist Sie??????????
  Verliebt
  Zitate
  Meine Liebe zu dir
  ...MIT JEDER TRÄNE...
  wahre liebe
  Ein Regenbogenmärchen
  ~ Das Märchen vom kleinen Teufel ~
  Wo bist du?



  Links
   TRICI´s Page
   Meinen Page
   Wolfslady



http://myblog.de/28chris

Gratis bloggen bei
myblog.de





~ Das Märchen vom kleinen Teufel ~

Es war einmal, vor noch garnicht so langer Zeit, da bekamen der Teufel Schwefeldo und seine Frau, die Teufelin Schwefeldina, einen kleinen Sohn. Die Freude der beiden war sehr groß und sie feierten ein richtiges teuflisches Höllenfest, zu dem sie alle ihre Freunde eingeladen hatten. Da waren Vampire, Gnome, Hexen, Fledermäuse, Nachtalben, Ungeheuer und sogar ein Werwolfpaar. Sie feierten so wild, daß noch oben auf der Erde ein leichtes Grollen und Beben und von überall her ein leichter Schwefelgeruch zu spüren war.

Der kleine Teufel sollte das Böseste werden, was die Welt je gesehen hatte, so wünschten es sich Schwefeldo und Schwefeldina zumindest. Sie nannten ihren Sohn Kruidon und gaben sich alle Mühe ihn zu einem richtigen unanständigen Teufel zu erziehen. Aber Kruidon zeigte schon nach kurzer Zeit sehr sonderbare Verhaltensweisen. Er wollte weder töten noch stehlen, nicht quälen und war nicht einmal fähig so richtig zu hassen. Die Eltern waren sehr besorgt, glaubten aber noch, daß sie mit viel Zeit und Mühe und besonders starker Abneigung noch einen richtig bösen Teufel aus ihm würden machen können. Vielleicht war er ja auch einfach nur noch zu jung, um so richtig böse zu sein. Aber auch als Kruidon in die Höllenschule kam, um mit den anderen kleinen Teufeln zu lernen, wie man so richtig böse ist, versagte er völlig. Und als ihm eines Tages auch noch bei einem besonders starken Schwefelgeruch schlecht wurde, waren die Eltern so erschüttert, daß sie Kruidon aus der Hölle fortjagten.

So kam der kleine Teufel auf die Erde und weil er so allein war, wurde er von einem Amt an eine Familie gegeben und bekam Menschen als Eltern. So lange er noch klein war, fühlte er sich ganz wohl auf der Erde.

Seine neuen Eltern waren nett zu ihm, er spielte mit anderen Kindern, ging mit ihnen in eine Menschenschule und Kruidon glaubte, nun doch ein Zuhause gefunden zu haben. Aber je älter er wurde, um so unwohler fühlte er sich auf der Erde. Er wollte einfach nicht lernen, wie man anderen Leuten ihr Geld wegnimmt, ohne dafür bestraft zu werden. Er wollte auch kein Haus und kein Auto. Er verstand nicht, warum er acht Stunden am Tag arbeiten sollte, wo er doch auch mit weniger Arbeit genug zum Leben bekommen konnte. Er wollte nicht lügen, damit jeder ihn nett findet. Er wollte Freunde finden und nicht Macht über Menschen haben.

Von allen Seiten, ganz besonders von seinen menschlichen Eltern, wurde er mit Richtlinien, Vorschriften, Prinzipien, Idealen und Regeln eingeengt. Kruidon fühlte sich ganz unwohl. Am liebsten ging er im Wald spazieren, unterhielt sich mit Menschen ... oder machte Musik.

Er wollte so vieles sehen und entdecken. Aber die Menschen verstanden seine Vorstellungen von Leben nicht. Zuerst versuchte er es ihnen zu erklären, sie davon zu überzeugen, daß das Leben so viel schöner sein kann, als das ihre es ist. Dann gab er den Gedanken auf, etwas zu verändern und entschloß sich die Erde zu verlassen.

Nur, wo sollte er jetzt hin? In die Hölle zurück? Nein! Da war es zwar ganz anders, aber auch sehr schlimm. In der Hölle gab es Höllenfeuer, auf der Erde gab es Heizungen und Kernkraftwerke; aber er suchte eine ganz andere Form von Wärme. Und dann kam Kruidon der Gedanke, daß es ja auch noch einen Himmel gab ...

Der Gedanke, als Teufel in den Himmel zu gehen, schien ihm zwar sehr gewagt, aber er wollte es zumindest versuchen. Auf die Erde war er ja völlig ungehindert gekommen, die war von allen Seiten offen und zugänglich, aber der Himmel war rundherum verschlossen. Es gab nur ein einziges Tor und das wurde von vier Engeln mit Schwertern bewacht.

Als Kruidon auf die Engel zukam, kreuzten sie sofort ihre Schwerter, um ihm zu zeigen, daß sie ihn nicht reinlassen wollten. Einer von ihnen fragte dann aber doch, wer er denn sei und ob er eine Berechtigung hätte, um in den Himmel zu kommen. Kruidon stellte sich vor, erzählte daß er auf der Suche nach einem Zuhause sei und daß er gerne in den Himmel möchte. Aber die Engel waren so entsetzt darüber, daß er als Teufel auch nur daran dachte in den Himmel gelassen zu werden, daß sie ganz aufgeregt wurden. Kruidon, der ja schließlich trotz all seiner Entartung ein Teufel war, nutzte die Verwirrung der Engel und huschte unbemerkt in den Himmel hinein. Als die vier sahen, daß er nicht mehr vor ihnen stand, glaubten sie, er sei wieder fortgegangen, redeten noch eine Weile über diesen sonderbaren Teufel, fanden dann aber sehr schnell ihre Ruhe wieder. Als dann ein Kaufmann, gerade verstorben, Einlaß verlangte, als Berechtigungsschein die Belege von vierzig Jahren pünktlich bezahlter Kirchensteuer vorlegend, hatten die Engel Kruidon schon beinahe vergessen.

Der kleine Teufel schlenderte derweil durch den Himmel und fand es dort eigentlich ziemlich langweilig. Alles war so ruhig und still, die Leute dort gingen sehr nett miteinander um, aber eben nur oberflächlich nett, nicht wirklich lieb. Alle lächelten, aber niemand lachte wirklich. Von überall her erklang die gleiche monotone Harfenmusik und überall standen Schilder, auf denen "Bitte Ruhe" oder ähnliche Dinge standen. Kruidon merkte sehr schnell, daß es ihm hier so gar nicht gefiel und er entschloß sich ein bißchen Leben und Spaß in den Himmel zu bringen. Aber das war gar nicht so einfach. Alle seine fröhlichen Frechheiten wurden nachsichtig belächelt, weiter nichts. Erst als er seine letzten Höllenerinnerungsschwefel gebrauchte, reagierte man wirklich auf ihn. Er wurde unverzüglich aus dem Himmel verwiesen und da er nicht bereit war freiwillig zu gehen, wurde er regelrecht hinausgeschmissen.

Erst amüsierte es Kruidon ja, daß er so viel Aufregung und Unruhe in den Himmel gebracht hatte, schließlich war es ihm da ja so oder so zu langweilig gewesen. Aber so allein vor dem Himmelstor sitzend spürte er dann ganz deutlich, wie einsam er war, daß er ja eigentlich nirgendwo so richtig hingehörte, und daß alle anders waren als er. Kruidon wurde bei dem Gedanken ganz traurig, so traurig, daß er zu weinen begann.

Wie er so allein dasaß, völlig in seine Traurigkeit versunken, merkte er gar nicht, daß ein kleiner Engel sich zu ihm gesetzt hatte. Ein Engelmädchen mit langen blonden Locken und klaren, lieben Augen. Erst, als sie mit ihrer Hand über sein Haar streichelte, schreckte Kruidon auf. Im ersten Moment war es ihm peinlich, beim Weinen beobachtet worden zu sein. Etwas verschämt und unsicher sah er sie an, blickte dabei direkt in ihre Sternchenaugen und im selben Moment verflog das peinliche Gefühl. Da war etwas in ihren Augen, etwas was in ihm den Eindruck erweckte, als würde er sie schon lange kennen, als wäre sie ihm bereits ganz vertraut. Er hatte das Gefühl, als ob sie mit ihren Augen bis hinein in seine Seele gucken könnte und als ob sein Blick Zugang zu ihrer Seele hätte. Er spürte, daß er ihr nichts zu sagen, nichts zu erklären brauchte, daß sie ihn auch ohne Worte verstand. Er konnte einfach nur neben ihr sitzen, ihre Hand halten und diese besondere Nähe genießen.

Erst viel später erzählte er ihr seine ganze Geschichte und erfuhr dann auch, wer sie war. Sie hieß Laseila und war ein mißratener Engel, der aus dem Himmel verwiesen worden war. Es läßt sich gar nicht beschreiben, wie sehr die beiden sich gefreut haben, daß sie einander gefunden hatten. Endlich hatte Kruidon die Form von Wärme gefunden, die er bisher vergeblich gesucht hatte, jemanden gefunden, der so war wie er. Nun brauchte er nicht mehr eine Welt zu suchen, in der er Zuhause war. Hand in Hand durchstreiften sie die Hölle, schmuggelten sich immer mal wieder in den Himmel hinein, um dort mit ihren Dummheiten alles durcheinander zu bringen, doch meist lebten sie auf der Erde. Aber immer lebten sie in ihrer eigenen Welt, nach ihren eigenen Vorstellungen.



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung